3D-Druck Materialien: Ein Leitfaden zum richtigen Werkstoff
Welches Material passt zu Ihren 3D-Druck-Projekten? Dieser Leitfaden zeigt die wichtigsten Werkstoffe, ihre Eigenschaften und Anwendungen – von Thermoplast bis Metall. So finden Sie schnell die richtige Lösung für Prototypen und Serien.
Einleitung
Die Auswahl der richtigen 3D Druckmaterialien ist einer der wichtigsten Schritte bei der additiven Fertigung. Denn jedes Material bringt spezifische Eigenschaften mit – ob hohe Festigkeit, Temperaturbeständigkeit, Flexibilität oder chemische Resistenz. Der Werkstoff hat großen Einfluss darauf, ob ein Bauteil zuverlässig funktioniert. Er bestimmt auch, wie gut es gedruckt werden kann und welche Nachbearbeitung nötig ist.
In diesem Leitfaden lernen Sie die Materialklassen im 3D-Druck kennen. Sie erfahren, welche Werkstoffe zu welchen Verfahren passen. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie das beste Material für Ihre Anwendung finden. Das gilt für Prototypen und auch für die Serienfertigung.
Warum die Wahl des 3D-Druckmaterials entscheidend ist
Die Wahl des richtigen 3D-Druckmaterials ist entscheidend für die Funktion, Qualität und Wirtschaftlichkeit eines Bauteils. Jedes Material – ob Thermoplast, Metall, Harz oder Keramik – besitzt spezifische Eigenschaften wie Festigkeit, Temperaturbeständigkeit, Flexibilität oder chemische Resistenz.
Diese wirken sich direkt auf die Haltbarkeit, Maßgenauigkeit und Einsatzfähigkeit im realen Betrieb aus. Wer ein Bauteil fertigen lässt, sollte daher das Material gezielt an die Anforderungen anpassen.
Eine gute Materialwahl verringert den Ausschuss. Sie senkt die Produktionskosten und verbessert die Ergebnisse. Das gilt für Prototypen und Serienfertigung.
3D-Druck-Material: Übersicht zu allen Werkstoffen
Der 3D-Druck kann verschiedene Materialien verarbeiten. Dazu gehören Kunststoffe, Metalle und Hochleistungskeramiken. Die Wahl des richtigen Materials ist wichtig. Sie beeinflusst die Funktion, die Kosten und die Lebensdauer eines Bauteils. In dieser Übersicht findest du die wichtigsten Materialklassen mit typischen Eigenschaften und Anwendungsfeldern.
Thermoplaste: Vielseitige Kunststoffe für funktionale Bauteile
Thermoplaste sind die am häufigsten verwendeten Materialien im 3D-Druck – vor allem im FDM- und SLS-Verfahren. Sie lassen sich schmelzen, formen und wieder verfestigen.
PLA (Polylactid): PLA ist der beliebteste Standardwerkstoff im 3D-Druck – einfach zu verarbeiten und industriellen Kompostierbedingungen abbaubar.
Eigenschaften: Geringer Verzug, gute Maßhaltigkeit, hohe Steifigkeit.
Anwendungen: Designmodelle, Prototypen, Gehäuse.
ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol): Ein robuster Thermoplast für funktionale Anwendungen mit guter Schlagzähigkeit.
Eigenschaften: Schlagfest, zäh, wärmeformbeständig.
Anwendungen: Funktionsteile, Konsumgüter, Gehäuse.
PETG (Polyethylenterephthalat Glykol): Kombiniert einfache Verarbeitung mit chemischer Beständigkeit.
Eigenschaften: Hohe Zähigkeit, witterungsbeständig, lebensmittelecht.
Anwendungen: Behälter, technische Komponenten, Displays.
PA / Nylon (Polyamid): Ein flexibler, abriebfester Werkstoff für anspruchsvolle Funktionsbauteile.
Eigenschaften: Verschleißfest, zäh, chemikalienbeständig.
Anwendungen: Zahnräder, Lager, technische Bauteile.
TPU (Thermoplastisches Polyurethan): Flexibler Kunststoff für Bauteile mit Gummieigenschaften.
Eigenschaften: Elastisch, abriebfest, stoßdämpfend.
Anwendungen: Dichtungen, Schutzhüllen, Sohlen, Stoßdämpfer.
PC (Polycarbonat): Besonders schlagzäher Thermoplast für technische Einsätze.
Eigenschaften: Sehr hohe Zähigkeit, hohe Temperaturbeständigkeit.
Anwendungen: Maschinenbauteile, Schutzabdeckungen.
ASA (Acrylnitril-Styrol-Acrylat): Ein UV-beständiger „Allwetter-Kunststoff“, der oft als verbesserte Alternative zu ABS gilt.
Eigenschaften: Extrem witterungsbeständig, UV-resistent, hohe Schlagfestigkeit.
Anwendungen: Bauteile für den Außenbereich, Automobil-Exterieur, Gehäuse.- PEEK (Polyetheretherketon): Hochleistungskunststoff für extreme Bedingungen – oft metallersetzend.
Eigenschaften: Temperaturbeständig bis 300 °C, chemikalienresistent.
Anwendungen: Luftfahrt, Medizin, Öl- & Gasanlagen.
Duroplaste: Harte Kunststoffe für Präzision und Festigkeit
Duroplaste härten unter UV-Licht oder Wärme irreversibel aus. Sie kommen vor allem im SLA-, DLP- und MSLA-Druck zum Einsatz.
- Photopolymer-Harze (z. B. Standard-, Tough-, Flexible Resin)
UV-härtende Flüssigkunststoffe für hochpräzise Druckerzeugnisse.
Eigenschaften: Detailgenau, glatte Oberfläche, hohe Festigkeit.
Anwendungen: Dentaltechnik, Schmuck, Designmodelle, Medizinprodukte.
Metalle: Funktionsteile mit hoher Belastbarkeit
Metallischer 3D-Druck liefert funktionsfähige, belastbare Endbauteile. Verwendet werden Pulver oder Drähte in SLM und DMLS.
Edelstahl (z. B. 316L) Klassischer rostfreier Stahl für robuste Bauteile.
Eigenschaften: Korrosionsbeständig, belastbar, gut nachbearbeitbar.
Anwendungen: Medizintechnik, Maschinenbau, Werkzeuge.
Aluminium (z. B. AlSi10Mg) Leichtmetall mit gutem Festigkeits-Gewichts-Verhältnis.
Eigenschaften: Korrosionsfest, leicht, leitfähig.
Anwendungen: Luftfahrt, Automobilbau, Prototypen.
Titan (z. B. Ti6Al4V) Hochleistungsmetall für extreme Anwendungen.
Eigenschaften: Sehr leicht, biokompatibel, extrem fest.
Anwendungen: Implantate, Luft- und Raumfahrt.
Inconel (z. B. 625, 718) Superlegierung für hohe Temperaturen und Korrosion.
Eigenschaften: Hitzebeständig, oxidationsresistent, langlebig.
Anwendungen: Turbinen, Energie, Abgassysteme.- Kupfer & Bronze Für Teile mit elektrischer oder thermischer Leitfähigkeit.
Eigenschaften: Sehr leitfähig, antibakteriell, dekorativ.
Anwendungen: Kühlkörper, Kontakte, Schmuck.
Keramiken: Hochfeste Werkstoffe für Spezialanwendungen
Keramische Materialien werden im 3D-Druck für extreme Temperaturen oder elektrische Isolation genutzt. Gerne verwendet bei SLM und DMLS.
- Aluminiumoxid, Zirkonoxid, Silikatkeramik
Industrielle Hochleistungskeramiken mit hoher Steifigkeit.
Eigenschaften: Hart, hitzefest, chemikalienbeständig.
Anwendungen: Dentaltechnik, Isolatoren, Pumpenteile, Laborbedarf.
Verbundwerkstoffe: Hohe Steifigkeit bei geringem Gewicht
Composites bestehen aus Thermoplasten mit Fasern (Carbon, Glas, Kevlar). Sie sind ideal für steife, belastbare Bauteile mit niedrigem Gewicht.
- Carbonfaser-verstärkte Thermoplaste
Werkstoffe mit exzellenter Steifigkeit und Festigkeit.
Eigenschaften: Leicht, vibrationsdämpfend, formstabil.
Anwendungen: Vorrichtungen, Drohnen, Automobilteile.
Nachbearbeitung: Angepasst an Material und Funktion
Die Nachbearbeitung verleiht 3D-gedruckten Bauteilen ihre endgültige Qualität – ob Maßgenauigkeit, glatte Oberfläche oder funktionale Eigenschaften. Je nach Materialklasse unterscheiden sich die Verfahren deutlich.
Eigenschaften:
- Thermoplaste (z. B. PLA, ABS, PETG): Manuelle oder maschinelle Nachbearbeitung durch Schleifen, Fräsen oder chemisches Glätten (z. B. Acetondampf für ABS). Für optische Anwendungen auch Lackieren oder Beschichten möglich.
- Harze (SLA, DLP): UV-Nachhärtung zur Erreichung voller Festigkeit, danach Schleifen, Polieren, Lackieren oder Beschichten. Ideal für glatte Sichtflächen.
- Metalle (z. B. Edelstahl, Titan, Aluminium): Nachbearbeitung durch Entpulvern, Wärmebehandlung, CNC-Fräsen oder -Drehen. Oberflächenveredelung über Eloxieren, Strahlen, Vernickeln oder Galvanik je nach Anforderung.
- Keramiken: Sinterprozess zur Aushärtung, danach mögliche Schleif- oder Polierbearbeitung für technische Präzision.
- Verbundwerkstoffe: Eingeschränkt mechanisch bearbeitbar; geeignet für Schleifen, Beschichten oder selektives Fräsen je nach Faseranteil.
3D-Druck-Material: Vergleich von allen Werkstoffen
Die Wahl des passenden 3D-Druckverfahrens hängt nicht nur vom Material ab. Sie hängt auch von der Losgröße, den mechanischen Anforderungen, der Detailtreue und der Wirtschaftlichkeit ab. Der 3D-Druck kann verschiedene Materialien verarbeiten. Dazu gehören Kunststoffe, Metalle und Hochleistungskeramiken.
Die Wahl des richtigen Materials ist wichtig. Sie beeinflusst die Funktion, die Kosten und die Lebensdauer eines Bauteils.Der 3D-Druck kann verschiedene Materialien verarbeiten.
| Verfahren | Geeignete Materialien | Typische Losgröße | Besondere Eigenschaften |
|---|---|---|---|
| FDM / FFF | PLA, ABS, PETG, TPU, Nylon, PC, ASA, PEEK | Einzelteile, Kleinserien | Kostengünstig, robust, einfache Handhabung, viele Filamente verfügbar |
| SLA (Stereolithografie) | UV-Harze (Standard, zäh, flexibel, hitzebeständig) | Prototypen, Kleinserien | Sehr hohe Detailtreue, glatte Oberflächen, ideal für Design- und Dentalmodelle |
| DLP (Digital Light Processing) | Hochauflösende UV-Harze ähnlich SLA | Klein- bis mittlere Serien | Schnellere Belichtung, besonders feine Details möglich |
| SLS (Selektives Lasersintern) | Nylon (PA11, PA12), TPU, faserverstärkte Kunststoffe | Klein- bis mittlere Serien | Kein Stützmaterial nötig, hohe mechanische Belastbarkeit, komplexe Geometrien |
| MJF (Multi Jet Fusion) | PA12, PA11, TPU | Serienfertigung | Hohe Maßhaltigkeit, homogene Bauteile, schneller als SLS bei großen Stückzahlen |
| SLM / DMLS | Edelstahl, Aluminium, Titan, Inconel, Kupfer | Kleinserien bis Mittelserien | Metallische Endbauteile, hohe Festigkeit, komplexe Geometrien möglich |
| Binder Jetting | Edelstahl, Kupfer, Keramik, Sand | Mittel- bis Großserien | Sehr hohe Druckgeschwindigkeit, gut für Entformbarkeit & Nachbearbeitung |
| PolyJet / MJM | Mehrfarbige, transparente oder flexible Photopolymere | Prototypen, Kleinserien | Mehrkomponenten-Druck, variable Shore-Härte, besonders glatte Oberflächen |
| DED (Laserauftragsschweißen) | Titan, Inconel, Edelstahl, Aluminium (Pulver oder Draht) | Einzelteile, Reparaturteile | Für große Bauteile, Auftragschweißen, geeignet zur Reparatur und Nachbearbeitung |
| LAM (Liquid Additive Mfg.) | Flüssigsilikone (LSR) | Kleinserien | Elastisch, hohe Temperatur- und UV-Beständigkeit, ideal für Dichtungen und Medizintechnik |
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Warum FACTUREE die richtige Wahl für 3D-gedruckte Bauteile ist:
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